7 Amerikas Osten – Von Clarksdale über Vicksburg nach Natchez

Auf dem Weg nach Vicksburg, nördlich von Greenville, schauen wir uns ein weiteres prähistorisches Zermonienzentrum der amerikanischen Ureinwohner an. Hier lebten wiederum die sogenannten Mississippi-People. Ihre Zivilisation blühte etwas von 1000 n.Chr. bis 1450 n. Chr.

Die Stimmung ist friedlich und alles ist frühlingshaft grün. Leider hat das Besucherzentrum heute zu. Wir schlendern durch das Gelände und lassen die Atmosphäre auf uns wirken. Uns gefällt es hier, gäbe es doch nur ein Café.

Greenville ist die nächste Stadt. Hier wirkt an diesem Sonntag alles wie ausgestorben und wir finden wieder kein offenes Café. Auch auf der Weiterfahrt reihen sich nur Felder an Felder.

Peter rät, über Rolling Fork, der Geburtsstadt von Muddy Waters, zu fahren, um dort wenigstens eine Tankstelle mit einer Coca-Cola Zapfsäule aufzuspüren. Hier erwartet uns das Schlimmste.

Ende März 2023 wütete hier ein Tornado und noch heute sieht es schrecklich aus. Alle Häuser sind teilweise oder komplett zerstört! Das wussten wir vorher nicht. Betroffen fahren wir weiter nach Vicksburg.

Vicksburg

In Vicksburg, Schande über uns, steuern wir zunächst ein Starbucks an. Ja, ihr habt sicherlich entdeckt, dass wir nachmittags eine Tasse Kaffee benötigen. Und die brauchen wir mit den Bildern von Rolling Folk erst recht.

Doch dann geht es unserer Unterkunft “Oak Hall”. Sie ist wunderschön, so schön, dass uns der Atem stockt. Wir sind begeistert!

Siehe auch den Beitrag über die Antebellum Häuser und Herrenhäuser.

Später spazieren wir zur Downtown zur Key City Brewing Company. Das Essen ist super lecker. Nach langen Fahrtagen ist es wunderbar, ein Bier und ein delikates Essen zu mampfen. Es gibt “Jerk glazed bone-in pork chop mit farro verde, charred leeks and apple butter. Die eingekochte Apfelmarmelade harmoniert super mit dem Fleisch und dem Gemüse. Hier treffen wir ein Paar aus Bayern, bis jetzt die ersten Deutschen, denen wir begegnen. Sie fahren eine ähnliche Route, doch das Konzept ist entgegengesetzt. Sie meiden “Two-Lane-Roads”.

Die Weiterfahrt nach Natchez

Wir fahren am nächsten Morgen durch den Military Park. Mich bedrücken diese Parks. Peter meint, und wahrscheinlich hat er Recht, dass Military Parks wie Gettysburg und hier den Vicksburg National Military Park wichtig sind, damit beide Seiten ihr Gesicht wahren können. Denn wie bei uns werden die Kriegsgeschichten in den Familien weitergegeben. Und in Amerika selbst gibt es ja die Besiegten und die Sieger.

Die weiße Bevölkerung von Vicksburg weigerte sich noch 80 Jahre nach dem Sezessionskrieg, den Unabhängigkeitstag zu feiern.

Anschließend fahren wir den Scenic Drive ab. Natürlich gefällt er mir viel besser als der Military Drive. Hier sind einige Beispiele der Antebellum-Architektur:

Am Ortsausgang von Vicksburg hat man einen tollen Blick auf den Mississippi und seinen Nebenfluss Yazoo.

Unser erster Stopp auf dem Weg nach Natchez ist Port Gibson mit seiner presbyterianischen Kirche mit dem markanten Glockenturm.

Die gegenüber liegende Synagoge, der Temple Gemiluth Chassed, lässt eine größere jüdische Gemeinde vermuten. Obwohl es sich bei der Gemiluth Chassed Synagoge nicht um ein großes Gebäude handelt, ist sie wohl die schönste im maurischen Revival-Stil in Mississippi. Der Grundstein für Gemiluth Chassed wurde am 3. Januar 1892 gelegt, und die Synagoge diente der jüdischen Gemeinde von Port Gibson bis 1986, als die Gemeinde auf zwei Mitglieder geschrumpft war und geschlossen wurde. Also gibt es heute keine jüdische Gemeinde mehr.

Interessant sind die Ruinen von Windsor am Natchez Trace Parkway.

Dieses luxuriöse Antebellum Herrenhaus fiel 1890 einem Feuer zum Opfer. Nur die Säulen und Eisengeländer sind noch zu sehen.

Natchez

Kurz vor Natchez befinden sich die Emerald Mounds. Das sind weitere prähistorische Erdhügel. Die prähistorischen Einwohner, die hier von der reichhaltigen Tierwelt, dem warmen Klima mit dem fruchtbaren Boden tausende von Jahren im Mississippi-Delta wohnten, wurden erst von den Europäern vertrieben.

Doch dann geht es weiter zu unserer heutigen Unterkunft, dem Monmouth House, ebenfalls eine renovierte Südstaatenschönheit (siehe Antebellum Houses).

Nachdem wir unser nettes Zimmer bezogen haben, geht es zum Mississippi, der in der Abendsonne gemächlich vorbeizieht und wunderschön glitzert.

Wir genießen den wundervollen Park in der lauen Nachtluft. Der Mond sorgt für eine romantische Stimmung.

Am nächsten Tag gibt es nach einem leckeren Frühstück eine Führung durchs Monmouth House.

Das Innere ist wunderschön wieder hergestellt. Ein reiches amerikanisches Ehepaar hatte das nötige Kleingeld dafür.

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