10 Amerikas Osten – Von New Orleans nach Belmar

Mobile AL

Auf dem Weg zu unserem heutigen Ziel Mobile machen wir Halt in der Bay St. Louis. Peter möchte im Golf von Mexiko schwimmen! Er ist begeistert. Es scheint wunderbar warm zu sein.

Doch wir wollen ja nach Mobile und sagen dem Meer nun Tschüss. In der Serie „Hart of Dixie“ spielt Mobile eine Rolle. Kennt ihr die Serie mit den Südstaatenschönheiten? Falls nicht, ihr werdet sie mögen.

Unsere Einfahrt nach Mobile über die Govenor Road ist schon richtig unterhaltsam. Südstaaten Herrenhäuser reihen sich aneinander, eines ist schöner, als das andere.

Nach dem Einchecken in unserer Unterkunft laufen wir jedoch skeptisch an ihnen vorbei. Wir überlegen, wer soviel Geld hat, diese zu erhalten und zu pflegen.

Die Republikaner in Alabama holen bei den Präsidentschaftswahlen satte Mehrheiten und wir fragen uns, ob sie hier wohnen. Auf kommunaler Ebene haben die Demokraten im sogenannten Black Belt und im Mississippi-Delta, wo die Mehrheit der schwarzen Wähler lebt, klare Mehrheiten. Ihr seht, die Rassenfrage ist nach wie vor ein heikles Thema.

Mobile ist eine Kleinstadt, in der man wirklich alles zu Fuß erreichen kann. Nach etwa einer Stunde Fußweg von unserer Unterkunft erreichen wir die Dauphin Street mit ihrer typischen Kleinstadtatmosphäre des Südens.

An diesem Freitag ist hier richtig was los. Mobile ist bekannt für seine Austern. Im Wintzell’s Oyster House essen wir die Klassiker Rockefeller Oysters (mit Béchamelsauce und Spinat überbacken) – das Rezept soll hier erfunden worden sein – und Bienville Oysters (mit Taschenkrebs, Krabben und Parmesan überbacken). Sie sind köstlich.

Athens GA

Athens, etwa 80 Meilen (129 km) östlich von Atlanta gelegen, verspricht eine freundliche, künstlerisch geprägte Universitätsstadt zu sein. Sie ist unser Ziel von Mobile aus, fast 500 Kilometer entfernt. Trotz Memorialday-Wochenende klappt das Fahren, auch um Montgomery und Atlanta herum, ganz gut. Heute wollen wir Strecke machen und so fahren wir auf Interstates, den amerikanischen Autobahnen.
In Athens angekommen, steuern wir eine empfohlene Kneipe an, das „White Tiger Gourmet“. Das ist ein netter Biergarten, schattig und bei schönem Wetter sicher herrlich. Als wir ankommen, ist es kühl und wir ziehen es vor, uns nach drinnen zu verziehen. Es gibt Pulled Pork Sandwiches, Burger und einen leckeren Salat.
Wir sind müde von der Fahrt und die hochgelobte Musikszene muss ohne uns auskommen. R.E.M., The B-52‘s, Widespread Panic und die Indigo Girls kommen aus Athens. Dafür werden wir sie in den nächsten Tagen beim Autofahren auf Spotify hören.

Downtown Athens haben wir am Abend nicht mehr gesehen. Nach dem Frühstück fahren wir zum „Tree That Owns Itself“, einer wunderschönen amerikanischen Weißeiche.

Der Baum steht am Rande von Downtown Athens und ein ehemaliger Gouverneur von Georgia, James Jackson, hat ihm das Grundstück geschenkt, auf dem er steht. 1942 wurde der erste Baum durch einen Setzling der ersten Eiche ersetzt. Nach über 80 Jahren ist auch er zu einem stattlichen Exemplar herangewachsen. Man nimmt an, dass der erste Baum Mitte des 16. Jahrhunderts zu wachsen begann.
Athen scheint wirklich eine schöne Innenstadt zu haben, heute am Pfingstsonntagmorgen wirkt sie wie ausgestorben.

Cherokee NC

Nun geht es in die Berge über Clarkesville, Clayton, Dillard, Bryson City nach Cherokee. Vor Bryson bis Cherokee (auf der 19) ist es wieder herrlich grün und einsam.


Aber erst mal gibt es wieder einen Kaffeestopp. Der ist lustig. In Clarkesville bei Cowboy Bob’s Coffee and Donuts ist richtig was los und wir werden von Cowboy Bob persönlich begrüßt.

Er spielt sogar mit dem Sohn eines Gastes und wir dürfen beide mit Erlaubnis fotografieren.
Unser heutiges Ziel ist Cherokee, eine Stadt in North Carolina am Eingang des Great-Smoky-Mountains-Nationalparks. In allen Reiseführern stand, dass Cherokee sehr touristisch sei. Wir sind angenehm überrascht, denn hier wirkt alles sehr verschlafen. Wahrscheinlich ist es im Sommer anders, wenn man sich nach Abkühlung sehnt. Im Native Brew’s Tap & Grill ist die Stimmung gut und das Essen lecker.

Great Smokey Mountains

Zunächst geht es zum Clingman’s Dome und zu zwei kleinen Wanderungen. Clingman’s Dome ist ein 2025 m hoher Berg in den Great Smoky Mountains an der Grenze zwischen den US-Bundesstaaten Tennessee und North Carolina. Der Aussichtsturm bietet einen 360° Rundblick.

Peter macht noch eine kleine Wanderung zum Andrews Bald.

Dann geht es weiter auf dem Blue Ridge Parkway und dem Skyline Drive bis nach Belmont / Front Royal VA. Es gibt so viel zu sehen, dass wir dieser mehrtägigen Etappe einen eigenen Beitrag: „11 Amerikas Osten – Blue Ridge Parkway und Skyline Drive“ widmen.

Eigentlich wollten wir nur zwei Tage durch diese wunderschöne Landschaft gondeln und dann nach Washington fahren. Aber wir müssen umdisponieren. Um der grandiosen Kulisse des Blue Ridge Parkway und des Skyline Drives gerecht zu werden, brauchen wir mehr Zeit. Zum Glück können wir das Hotel in Washington D.C. stornieren. Lest unseren Beitrag zu den 5 Tagen, es lohnt sich.

Frederick MD

Nach fünf Tagen Natur, Einsamkeit und Landschaft genießen wir die Kleinstadtatmosphäre von Frederick. Wir checken in einem Hotel ein und spazieren in die Innenstadt. Es ist wirklich eine nette kleine Stadt und am Freitagabend ist richtig viel los. In der Brewer’s Alley bekommen wir ein leckeres Bier und etwas zu essen. Die vielen Restaurants, Bars, Kneipen, Boutiquen und Kunstgalerien gefallen uns. Frederick wird als „der schönste malerische Ort Amerikas“ bezeichnet.

Am nächsten Morgen machen wir nochmals einen Spaziergang durch die Innenstadt. Auch jetzt ist es einfach schön hier zu bummeln.

Havre de Grace MD

Die Fahrt geht weiter, zunächst an Baltimore vorbei zur Chesapeake Bay nach Havre de Grace. Wir sind überrascht, in welcher Idylle wir hier gelandet sind.

Ihr habt sicher mitbekommen, dass wir immer einen Cappuccino zur Mittagszeit oder später brauchen. Hier bekommen wir ihn in einem sehr netten Café in der Nähe des Hafens und der Mündung des Susquehanna River. Auch die Fischrestaurants locken, aber wir wollen den Fisch heute am Atlantik essen.

Belmar NJ

Dann wird es wieder ländlich. Wir fahren an endlosen Weizenfeldern vorbei, bevor der Verkehr wieder dichter wird. Am Nachmittag erreichen wir Belmar. Unser hübsches und wohl ältestes Hotel (1926) in Belmar liegt direkt an der Ocean Street gegenüber dem „Boardwalk“. Es ist entzückend, auch unser frisch renoviertes Zimmer.

Als Tipp zum Essen wird uns Klein’s empfohlen. Nach der langen Fahrt und einer Woche „Junkfood“ ist es für uns eine Offenbarung: Als Vorspeise Hummersuppe, als Hauptgang gegrillter Halibut mit Kapernsauce und Blackened Mahi Mahi (scharf angebratene Makrele) mit Mangosalsa. Wir sind glücklich.

Jetzt haben wir noch einen ganzen Tag in Belmar und es gibt nichts zu planen oder zu tun. Das ist wunderbar. Eine beschriebene Frühstücksmöglichkeit heißt „The Hungry Artist“. Der Name gefällt uns und auch der Weg dorthin, der hauptsächlich am Strand entlang führt.

Wir brauchen 1 1/2 Stunden bis dorthin, weil es wieder viele Fotomotive gibt. Dort angekommen haben wir richtig Hunger. Es gibt leckere Pfannkuchen mit allem, was das Herz begehrt, z.B. Speck, Blaubeeren oder Bananen. Der Rückweg ist genauso spannend, die Sonntagsbesucher strömen an den Strand, Strandleben wie überall auf der Welt. Dann lassen wir den Nachmittag ausklingen, was für ein Luxus. Abends gehen wir ins Mr. Shrimps, ein weiteres empfehlenswertes Seafood-Restaurant. Die Einrichtung ist schlicht, das Essen dafür umso leckerer. Muschelsuppe nach Manhattan und New England Art. Danach Seafood & Sausage Rabe (Brokkoli-Meeresfrüchte-Wursteintopf) und Acapulco Pineapple Shrimps Cocktail (wunderbar frische Avocado, Zwiebel, Ananassalsa mit Garnelen und hausgemachten Tortilla Chips).

Am nächsten Morgen erleben wir noch einen wunderschönen Sonnenaufgang über dem Meer, bevor sich Peter ein letztes Mal in die Fluten stürzt!

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