Beshbarmak ist das traditionelle Nationalgericht Kasachstans. Der Name bedeutet wörtlich „fünf Finger“, da das Gericht traditionell mit den Händen gegessen wird. Es besteht hauptsächlich aus gekochtem Pferde-, Lamm- oder Rindfleisch, breiten Nudelteigblättern, Brühe und Zwiebeln. Das Fleisch wird mehrere Stunden lang gekocht, bis es besonders zart ist. Anschließend wird es in Stücke geschnitten und auf den gekochten Teigblättern angerichtet. Darüber werden die Zwiebeln und etwas Brühe gegeben.
Wer Beshbarmak in Almaty probieren möchte, findet in den Restaurants Sandyq und Navat zwei gute Adressen. Hier lässt sich das Nationalgericht in authentischer Atmosphäre genießen.
Die Lage Almatys an den historischen Handelsrouten der Seidenstraße spiegelt sich bis heute in der vielfältigen Gastronomie der Stadt wider. Neben der kasachischen Küche sind russische, usbekische, uigurische, koreanische, georgische, türkische, chinesische und europäische Einflüsse allgegenwärtig. Diese kulturelle Vielfalt macht Almaty zu einem spannenden kulinarischen Ziel in Zentralasien.
Von folgenden Restaurants waren wir begeistert:
Das Restaurant Mar’ina Roshcha hat uns bereits im vergangenen Jahr begeistert. In Almaty leben rund 20 Prozent Russen, und das spiegelt sich auch in der Gastronomie der Stadt wider. Besonders mögen wir im Marina Roshcha traditionelle russische Gerichte wie Borschtsch und Pelmeni, die stimmungsvolle Live-Musik und die gemütliche Atmosphäre am Abend. Ein weiterer Vorteil: Das Restaurant ist bequem zu Fuß von unserem Hotel, dem „Grand Hotel Tien Shan“, erreichbar. Deshalb stand schnell fest, dass wir am ersten Samstagabend wieder dorthin gehen würden. Und es war genauso schön, wie wir es in Erinnerung hatten: leckeres Essen, großartige Musik und eine außergewöhnlich ausgelassene Stimmung. An den Nachbartischen wurden mehrere Geburtstage gefeiert, der Wodka floss reichlich und die Fröhlichkeit war ansteckend. Schnell ließen auch wir uns von der beschwingten Atmosphäre mitreißen.

Das Restaurant Sandyq wurde uns empfohlen – und wir wurden nicht enttäuscht. Es hat sich auf traditionelle kasachische und zentralasiatische Gerichte spezialisiert. Klassiker wie das schon beschriebene Beshbarmak, fanden wir selbstverständlich auf der Speisekarte. Obwohl wir dieses Gericht durchaus mögen, entschieden wir uns diesmal für Rindfleisch mit Gemüse sowie ein würziges Schmorgericht mit Nudeln. Auch hier sorgt Live-Musik für eine besondere Stimmung. Besonders gefallen haben uns das stilvolle traditionelle Interieur, die kasachische Dekoration und die traditionelle Kleidung des Personals. Wie in vielen traditionellen kasachischen Restaurants wird kein Alkohol ausgeschenkt. Stattdessen probierten wir einen köstlichen Ananas-Sauerampfer-Smoothie.

Eines der bekanntesten zentralasiatischen Restaurants in Almaty ist das Navat, unter anderem an der Dostyk Avenue. Für uns ist es der ideale Ort für alle, die zum ersten Mal kasachische Küche probieren möchten. Schon beim Servieren der Speisen zieht ein verführerischer Duft durch die Nase und an den Nachbartischen kann man neugierig beobachten, welche Gerichte besonders beliebt sind. Obwohl Navat eine große und populäre Restaurantkette mit mehreren Standorten in Almaty ist, vermittelt es dennoch ein authentisches Gefühl zentralasiatischer Gastfreundschaft. Hier kann man sich durch kasachische, kirgisische und usbekische Spezialitäten kosten. Im Vergleich zum eher luxuriösen Sandyq wirkt Navat deutlich lockerer, lebhafter und unkomplizierter.

Von allen Cafés lieben wir besonders das Agosto Coffee. Es liegt idyllisch in einer Ecke des Panfilov-Parks unter hohen schattenspendenden Bäumen. Selbst an heißen Tagen bleibt es hier angenehm kühl und vom Lärm der Großstadt hört man kaum etwas. Obwohl das Café zur modernen und stylischen Café- und Gastro-Szene Almatys gehört, schätzen wir vor allem seine ruhige und entspannte Atmosphäre. Nach einem Cappuccino oder einer Kanne Schwarztee – serviert wird dieser ausschließlich in großen Ein-Liter-Kannen – fühlen wir uns stets erfrischt und bereit für neue Entdeckungen.
Vom Agosto Coffee ist der “Grüne Basar” fußläufig erreichbar. Hier bekommt ihr alles. Vor dem Basar kann man an kleinen Ständen frische Kräuter aus dem eigenen Garten kaufen. Bei der Bäuerin konnten wir nicht widerstehen, wenigsten eine Knoblauchknolle zu kaufen. Dann können wir zuhause wenigstens “Spaghetti aglio e olio” zubereiten.



