Lüttich – ein Zwischenstopp

Nach einem Familientreffen in Aachen machen wir uns auf den Weg nach Frankreich. Unser erstes Ziel ist Liège. “Lüttich” ist die zweitgrößte Stadt der Wallonie. Wegen ihrer günstigen Lage am Maasübergang war sie sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg hart umkämpft.
Auch heute sieht sie zerstört aus, überall wird gebuddelt und gegraben. Lüttich bekommt eine neue Stadtbahn.


Wir haben vorher gefragt, was wir uns anschauen sollen, die Antwort: den Sonntagsmarkt, die Treppe zum Buerenberg, die Kathedrale Saint-Paul und den Bahnhof Guillemins. Und so machen wir es.
Wir finden einen Parkplatz in der Nähe der Maas und machen uns auf den Weg zum Markt. Zwischen Kleiderständen gibt es Obst- und Gemüsestände, Multikulti-Essensstände und viel Ramsch.

Doch dann zieht es uns zur Bueren-Treppe mit ihren 374 Stufen und 67 Höhenmetern.

Die Puste geht uns nicht aus, aber wir kommen ganz schön ins Schwitzen. Wir werden durch einen schönen Ausblick auf die Stadt entlohnt.

Den Abstieg schlendern wir gemütlich durch die bezaubernden Gassen.

Nun geht es zur Kathedrale, mit deren Bau im 10. Jahrhundert begonnen wurde. In mehreren Bauabschnitten wurde sie nach der großen Zerstörung durch die Französische Revolution 1803 wieder aufgebaut.

Das Innere der Kirche beherbergt einige bemerkenswerte Kunstwerke, darunter Glasfenster aus dem 16. Jahrhundert, ganz moderne Glasfenster und die wunderbare Beweinung Christi von Jean Del Cour aus dem Jahr 1696. Nicht nur die Kathedrale selbst ist sehenswert, sondern auch der Kreuzgang.


Jetzt haben wir uns eine Waffel verdient, die unvergleichlich lecker schmeckt. Hagelzucker versteckt sich im Teig und kracht bei jedem Bissen zwischen den Zähnen.

Mit dem Auto fahren wir zum Bahnhof Liège-Guillemins, der von Santiago Calatrava entworfen wurde. Wir sind begeistert, wie er den technischen Anforderungen der internationalen Hochgeschwindigkeitszüge angepasst ist.


Der 2009 fertiggestellte Um- und Neubau zeigt folgende Gestaltungsprinzipien: Bewegung, Kommunikation und Transparenz. Calatrava, der Architekt verzichtete auf die klassische Bahnhofsfassade. Stattdessen gehen Außen und Innen nahtlos ineinander über. Dominiert wird das Bahnhofsgebäude von seinem spektakulären Dach. 39 Stahlbögen, zum Teil 40 Meter hoch, tragen eine auf- und abschwingende Kuppel, eine gewaltige Welle, die sich über fast 200 Meter erstreckt.
Die Passagiere bewegen sich auf drei Ebenen. Große Freitreppen führen von Gleis 1 direkt in die Innenstadt. Die Ladenpassage im Erdgeschoss wird vom Tageslicht der Bahnsteige erhellt. Von hier aus führen gläserne Aufzüge zu den Gleisen. Die Fußgängerpassage hat auch eine städtebauliche Funktion. Sie verbindet zwei sehr unterschiedliche Stadtteile miteinander.
Ich freue mich, dass wir noch die Farbtafeln des französischen Künstlers Daniel Buren sehen, die auf dem Dach des Bahnhofs Guillemins installiert sind. Das Kunstwerk aus Vinylplatten, das den gesamten Bahnhof in farbiges Licht taucht, wird bis Oktober 2024 statt wie ursprünglich geplant bis Oktober 2023 zu sehen sein.


Für das Museum Ritter in Waldenbuch bespielte Daniel Buren die Museumspassage 2013. Das Spiel mit Farbe und Licht hat mich schon damals beeindruckt. Hier im Gare de Guillemins sind die Installationen von Daniel Buren noch um ein Vielfaches größer.

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