Den Römern auf der Spur

Mit einer Gruppe von “Römerfans” waren Regina und ich zwei Tage lang unterwegs. Unser Ziel und Höhepunkt des Ausflugs war die Landesausstellung Rheinland-Pfalz “Der Untergang des römischen Reiches” in Trier.

Zunächst gibt es unterwegs einiges zu sehen: Die Villa Rustica in Mehring, nahe Trier, liegt wie ein Fremdkörper inmitten eines Neubaugebietes. Bei der Planung der Siedlung spielte es offensichtlich keine Rolle, wie sich alles gut zusammenfügen könnte. So wirken die Baukörper aus den ganz unterschiedlichen Epochen willkürlich zusammengewürfelt.

Portikushalle der Villa Rustica in Mehring

Das römische Mauerwerk der Villa Rustica ist an mehreren Stellen zu bewundern.

Der Ausblick in die umgebende Landschaft ist wunderschön und hat sicher bereits die Römer bezaubert!

Unsere nächste Station war Pölich. Dort gibt es in den Weinbergen den römische Qanat zu sehen, eine Tunnelwasserleitung. Die Anlage funktioniert immer noch und ist teilweise begehbar!

Auch in Pölich genießen wir die herbstliche Farbenpracht.

In Longuich besichtigen wir die mitten in den Weinbergen gelegene römische Villa Urbana, das Gegenstück zur Villa Rustica in Mehring. Die Reste der luxuriösen Therme sind gut zu sehen. Auch hier hatten die Römer einen Ausblick auf die Mosel!

Endlich sind wir in Trier! Mittlerweile ist es Spätnachmittag und nur noch ein kurzer Rundgang ist möglich. Wir starten mit der römischen Basilika, die nach wechselvoller Geschichte heute als evangelische Kirche genutzt wird.

In unmittelbarer Nähe zur Basilika lustwandeln wir im Palastgarten.

Überall finden sich Spuren der ehemaligen Colonia Augusta Treverorum, zeitweilig Regierungssitz des römischen Reiches mit bis zu 100.000 Einwohnern.

So an der Domnordwand: Sie ist der größte erhaltene Rest des würfelähnlichen konstantinischen Hallenbaus, dem Vorgängerbau des heutigen Doms.

Als weiteres Beispiel für die unzähligen römischen Spuren mögen die Kaiserthermen genügen:

Am nächsten Morgen überrascht uns der Blick aus unserem Hotelzimmer unweit der Mariensäule auf die Mosel und die Stadt.

Höhepunkt und Anlass unserer Reise ist die Landesausstellung Rheinland-Pfalz “Untergang des römischen Reiches”.

Die differenzierte Darstellung der unterschiedlichen Faktoren, die zum Untergang und Wandel des weströmischen Reiches führten, beeindrucken uns. Fotos sind leider nicht gestattet. Wer die Ausstellung besuchen will, muss sich jetzt sputen: Sie läuft noch bis zum 27.11.22! Doch auch die anderen Exponate der Ausstellung, insbesondere der Trierer Goldschatz lohnen einen Besuch.

Bevor wir uns auf die Rückfahrt machen, genießen wir einen Blick auf Trier, dieses Mal von der anderen Seite aus, dem Petrisberg.

Mariensäule im Hintergrund, Konstantins-Basilika, St. Gangolf, Liebfrauenkirche, Dom

Auf der Rückfahrt besichtigen wir die Reste der Kaiservilla in Konz. Leider liegt ein großer Teil der römischen Grundmauern unter einer modernen Betonkirche. Das tut richtig weh!

In Pfalzel gibt es Reste einer palastartigen Burganlage – Palatiolum -, die vermutlich in enger Beziehung zum kaiserlichen Hof in Trier stand. Die bis heute erhaltenen Mauern der Anlage reichen zum Teil bis ins zweite Obergeschoss im Querschiff der Stiftskirche. Das Küsterhaus ist das älteste Gebäude Deutschlands, das durchgängig bewohnt wurde.

Querschiff der Stiftskirche

Danach geht es wieder nach Hause – zufrieden und voller Eindrücke und Erlebnisse sitzen wir im Bus und tauschen uns aus. Vielen Dank an Gerd Schollian und Dr. Werner A. Reus vom Verein Römisches Freilichtmuseum Hechingen Stein für die Planung, Organisation und Begleitung dieses Ausflugs!

4 Kommentare

  1. Freundlichen Dank für die eindrücklichen schönen Fotos!

    1. Vielen Dank für die nette Rückmeldung!

  2. Vielen Dank für die Bilder, Sie bieten mir eine professionelle Ergänzung meiner Aufnahmen.

    1. Vielen Dank für deine nette Rückmeldung!

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