Wangerooge 2026

Wangerooge ist der perfekte Ort für eine Auszeit. Auch im Ruhestand braucht man manchmal Zeiten, um durchzuatmen und sich neu zu zentrieren. Dabei helfen die Nordseeluft und die starken Winde. Anfangs weht der Wind aus östlicher Richtung, dann wechselt er nach Nordosten und später kommt er aus westlicher Richtung. Eisig sind sie alle. 

Schon die Anreise war dieses Mal ein Abenteuer. So ist es eben, wenn man aus dem tiefen Süden anreist. Wir starten um 4:45 Uhr. Vor Emden wird klar, dass wir die Fähre mit dem Zug nicht erreichen werden. Der Anschlusszug hat Verspätung. Das Schiff wird fahren, denn die Fahrt nach Wangerooge ist tideabhängig. Wir sind überrascht, als die Bahn uns einen Taxischein überreicht. Mit einer weiteren Reisenden geht es von Emden nach Harlesiel – bequem mit dem Taxi. Sag einer was gegen die Bahn! 

Unsere Ankunft auf Wangerooge ist wieder ein Erlebnis. Fast hätten wir vergessen, wie beschaulich alles vor sich geht. Alle, die vom Schiff kommen, laufen zum Inselbähnchen, das im Schritttempo zum Ortskern tuckert.

Gepäck und Gäste werden im Dorf ausgeladen und die Ankommenden – auch wir – suchen ihre Wohnungen auf. Unser Appartement an der Uferpromenade gefällt uns wieder sehr gut.

Beim letzten Aufenthalt ging es ums Entdecken der Insel. Das entfällt dieses Mal. Wir nutzen die sieben Tage für lange Strandspaziergänge, abwechselnd nach Osten oder nach Westen. Andere Varianten gibt es nicht.

Wir probieren auch Neues aus. Bei einem Dorfspaziergang mit dem Insulaner Klaus Brüggemann geht es von der Promenade aus vorbei an historischen Gebäuden ins charmante Ortszentrum. Die Anekdoten und Geschichten über das Leben auf der Insel sind äußerst spannend. Es gibt auch Tipps, zum Beispiel für ein nettes Mitbringsel: „Leidenschaften“. Das sind zarte knusprige Butterbrezeln, die in Handarbeit geschlungen werden.

Hier erfahren wir auch von der Kirchenführung „Seezeichen und Gotteshaus“. Diese wird von Jan Janssen geleitet, dem evangelischen Inselpfarrer und ehemaligen Oldenburger Bischof. Auch diese kurze Führung inspiriert uns und bringt uns das Inselleben auf eine andere Art und Weise näher. Er erzählt liebevoll von seiner Kirche und weist auf die Seezeichen hin: das Gedenkschiff „Ora et labora“ (1924) und den Rettungsring mit der Inschrift „Einst in meiner letzten Not, lass mich nicht versinken“ (1926). Beide Seezeichen erzählen von der Seefahrt, ebenso wie die farbenfrohen Kirchenfenster, die Seegeschichten um Jesus aus den vier Evangelien abbilden. Besonders stolz ist Pfarrer Janssen auf das kleine, uralte Abendmahlgedeck aus Messing, das die Gemeinde inspirierte, dieses aus Ton für das Abendmahl töpfern zu lassen.

Eine Schiffsfahrt zu den Seehundbänken sowie der Blick von oben vom Westurm und vom alten Leuchtturm runden unser Inselabenteuer ab.

Ihr fragt euch, wie es kulinarisch war? Natürlich gab es Fisch! Dieses Mal haben wir uns an Labskaus und Kochfisch gewagt. Letzteres ist ein großes Stück Schellfisch mit Haut und Gräten, das im Ganzen pochiert und mit Kartoffeln sowie Senfsoße serviert wird. Lecker!

Falls du Lust auf mehr Bilder hast, dann schau dir Peters Fotogalerie auf lichtglobal an:

Unser erster Aufenthalt:

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