Die kaiserliche Villa von Pausilypon

Nach der Schlacht von Actium (31 v. Chr.) beschloss der freigelassene Sklave Publius Vedius Pollonius, seine letzten Tage an diesem herrlichen Ort zwischen der Gaiola und der Bucht von Trentaremi zu verbringen: Pausilypon. Das bedeutet “Linderung des Schmerzes”. Er baute eine Villa, ein Theater mit 2000 Sitzplätzen, ein Odeon für kleinere Aufführungen, ein Nymphäum und eine Badeanlage.


Besonders erwähnenswert ist die Grotte von Seiano, ein 770 m langer Tunnel, der in römischer Zeit in den Tuffstein des Posillipo-Hügels gegraben wurde und die Ebene von Bagnoli (via Coroglio) mit dem Gaiola-Tal verband. Der Tunnel wurde jedoch vor dem Bau der Villa Pausilypon errichtet. Er verband die Villa des Publius Vedius Pollion und die anderen Patriziervillen von Pausilypon mit den Häfen von Puteoli und Cumae. So konnten alle Villen sowohl vom Land als auch vom Meer aus erreicht und versorgt werden.


Nach dem Tod des Publius Vedius Pollonius ging die Villa in den Besitz des Kaisers Augustus über und gehörte auch seinen Nachfolgern, zumindest bis zu Kaiser Hadrian.

Die Villa ist beeindruckend. Sie wurde im Einklang mit der Natur entworfen. Direkt am Golf von Neapel gelegen, bietet sie alles. Unterkunft, Gärten, Spas, Bereiche für Shows und einen Hafen zum Meer. Man kann sich gut vorstellen, wie sich die römische Oberschicht hier an einem lauen Sommerabend vergnügte. Anschließend feierte man ein rauschendes Fest mit Blick auf den Vesuv und den Golf von Neapel. Oder war es vielleicht doch anders? Wir wissen es nicht. Auf jeden Fall kann man hier am Ufer sitzen und von längst vergangenen Zeiten träumen.

Aber denkt nur nicht, dass es hier immer zum Träumen war. Von Publius Vedius Pollonius wird berichtet, dass er einen Sklaven, der ein wertvolles Trinkgefäß fallen ließ, mit dem Tode bestrafen wollte. Die Strafe sollte darin bestehen, ihn den in einem Wasserbecken gehaltenen Muränen zum Fraß vorzuwerfen. Der Sklave entging dem sicheren Tod nur, weil er den anwesenden Kaiser Augustus um Gnade anflehte. Der habe sich daraufhin für ihn eingesetzt. Dieser Bericht wird oft als Beispiel für die unbedingte Strafgewalt der römischen Sklavenhalter angeführt.

Nicht nur zu Zeiten der Römer war dieser Ort einer der luxuriösesten der Region. Auch heute wohnen hier vor allem reiche Leute.

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