Das fehlende Fladenbrot – Teil I

Für das Blogevent von Zorra vom kochtopf.me und dem Gastgeber Ole von Nimmersatt werden Essen voller Erinnerung gesucht. Heute werde ich für euch dafür ein griechisches Fladenbrot backen. Warum schreibe ich „das fehlende Fladenbrot“? 

Wir verbrachten unsere Ferien auf Paros, Griechenland. Es ist toll, hier Urlaub zu machen.

Man fliegt nach Athen. Dann setzt man mit der Fähre nach Paros über. Wenn ihr dann in Parikia angekommen seid, könnt ihr mit öffentlichen Verkehrsmitteln überall auf der Insel hinfahren. Ausflugsschiffe bringen euch auch auf die Nachbarinseln. Naxos, Mykonos, Santorin, Delos, Antiparos könnt ihr erkunden. Ich schweife ab. Es geht um ein Essen voller Erinnerungen. 

Wir verbrachten drei Wochen in Drios und unsere Vermieter unterbreiteten uns täglich Ausflugsvorschläge! Auch ein abendliches Dorffest im nahegelegenen Bergdorf Lefkes stand auf dem Programm. Ein Dorffest ist immer eine schöne Sache und so machten wir uns auf den Weg dorthin. Die Augusthitze des Tages kühlt sich hier oben in den Bergen wunderbar ab! Der Dorfplatz ist rappelvoll. Touristen und die griechische Bevölkerung aus den umliegenden Dörfern mischen sich. Die Livemusik ist fetzig und verbreitet gute Stimmung! 

Dass es sich um ein Schneckenfest handelt, habe ich leider nicht mitbekommen. Nein, kein Dutzend Schnecken (Karawolen) liegt vor mir auf dem Teller. Etwa 50 verhutzelte Fleischklumpen in farbenprächtigen Häuschen schauen mich vorwurfsvoll an. Beherzt löse ich das Schneckenfleisch aus seiner ehemaligen Behausung und bestreiche es mit einer Creme aus Kartoffeln und Knoblauch (Skordalia). Dazu gibt es gebackene Kichererbsen. Das Ganze lässt sich dann wunderbar mit einem Schluck Weißwein herunter spülen. Der Wein fließt in Strömen, er wird gratis serviert. Aber meine Schnecken werden einfach nicht weniger. Immer wieder muss ich mit Wein nachhelfen. So rutschen sie wenigstens hinunter. Ein bisschen Brot wäre toll! Wir hatten extra zuvor nichts gegessen und die Schnecken mit den kleinen Beilagen zählen nicht. Ich habe so Lust auf Brot. Aber weit und breit ist kein Stück Brot in Sicht. Dann würde mir der Wein auch weniger zu Kopf steigen. Ich muss ein wenig von meinen Schnecken wegkommen. Die werden einfach nicht weniger! Peter hat seine bereits aufgegessen!

Lasst uns tanzen. Ja, das ist es, was mir guttut. Ich gebe mich voll und ganz der Musik hin, ich fühle mich leicht und ich weiß gar nicht, was sich da gerade mehr dreht. Ist es mein Körper im Rhythmus der Musik oder ist es mein Kopf im Rhythmus des Weines? Wenn wir zu unserem Platz zurückkehren, sind hoffentlich die Schnecken weg. Wo bleibt das Brot? Oder doch noch ein Schlückchen Wein? Oh, wie schön ist es hier, sich im Takt zu wiegen! Urlaub auf Paros, Dorffest, Lefkes, Brot, Weißwein, Schnecken – ja, die Schnecken! Oh, je!

Mein Rezept für die Fladenbrote ist ganz einfach. Ich löse 10 g Hefe in 300 g Wasser auf, füge 1 EL Zucker hinzu und lasse diese Mischung etwas stehen. Dann füge ich 400 g Mehl zu dieser Mischung, 4 EL Olivenöl und 1 TL Salz. Meine Küchenmaschine rührt das Ganze heftig zu einem schönen geschmeidigen Teig, der dann in eine Schüssel mit Deckel wandert. Diese Schüssel wird im Kühlschrank über Nacht stehen gelassen.

Die Fladenbrote schmecken warm am Besten. Ihr nehmt die Schüssel 2 Stunden vor dem Essen aus dem Kühlschrank, belegt ein Backblech mit Backpapier und formt mit nassen Händen 8 Kugeln, die ihr etwas flach drückt. Nun deckt ihr das Blech mit einem Küchenhandtuch ab und lasst die Fladenbrote ca. 30 Minuten nochmals gehen. Sobald sie schön aufgegangen sind, wird ein Eigelb mit etwas Milch verrührt. Nun bestreicht ihr die Brote mit dieser Ei-Milch-Mischung und bestreut sie mit Sesam und eventuell Schwarzkümmel. Die Brote werden bei 180° Umluft im vorgeheizten Backofen ca. 15-20 Minuten goldgelb gebacken.

Zurecht sagt ihr nun, okay, Regina, jetzt gibt es Fladenbrote, aber sollen wir uns nun an diesen mit einem Gläschen Wein satt essen? Das ist doch ein wenig langweilig. Ihr habt so recht. Schaut nach, wie Eleni mir half, diese Fladenbrote in ein griechisches Menü einzubauen. Schaut nach in den Blogbeiträgen „Fehlende Fladenbrote Teil II und Fehlende Fladenbrote Teil III“.

Blog-Event CXCV - Essen voller Erinnerungen (Einsendeschluss 15. April 2023)

4 Kommentare

  1. Das Reiseziel würde mir auch gefallen, das Essen in dem Fall nicht – mutig, dass du die ohne Fladenbrot in Angriff genommen hast 😉

    1. Liebe Gabi, ich mag ja Schnecken, jedoch nicht in dieser Anzahl. Die französische Variante mit ganz viel Knoblauchbutter rutscht auch viel besser. Zu Paros: Paros ist weiter ein Sehnsuchtsziel von mir. Die Insel hat ihren eigenen Charme. Viele Grüße, Regina

  2. Aehm, Fladenbrot wäre mir da auch lieber. Aber das ist trotzdem eine schöne Urlaubserinnerung, die du bestimmt nie vergessen wirst.

    1. Liebe Zorra, es ist tatsächlich eine Urlaubserinnerung, die einfach wunderbar unvergessen ist. Viele Grüße, Regina

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