Bei „Leckeres für jeden Tag” dreht sich alles um die Weihnachtsbäckerei. Ich backe Weihnachtsstollen. Weshalb?Die Felsen der Schwäbischen Alb bestehen überwiegend aus Kalkstein, der sich leicht in Regenwasser löst. Da es auf der Alb genügend regnet, ist das Mittelgebirge stark verkarstet und zählt zu den höhlenreichsten Regionen Europas.In diesem Jahr besuchten wir erstmals mit Freunden die Wimsener Höhle bei Zwiefalten. Sie ist besonders mystisch, da sie mit einem Boot erkundet werden kann. Mit kleinen Booten wird man durch diese Zauberwelt geschippert. Wir waren begeistert.Der Führer erzählte von der Stollentradition. Weit vor Weihnachten lagert eine Bäckerei aus der Region ihre frisch gebackenen Weihnachtsstollen in dieser Höhle auf einem Boot. Was auf den ersten Blick wie eine gelungene Werbeaktion klingt, ist für die Lagerung der Weihnachtsstollen tatsächlich ideal. Das Mikroklima in der Höhle ist mit konstant etwa acht Grad kühl und feucht genug, damit die Stollen nicht austrocknen, und ruhig genug, damit sie in Ruhe „reifen“ können – ganz wie ein guter Käse oder Wein. Wenn die Stollen nach einigen Wochen wieder ans Tageslicht geholt werden, haben sie ein unvergleichliches Aroma. Das müsste mir doch auch gelingen gelingen. Natürlich kann ich meine Stollen nicht in einer Höhle lagern. Aber ich kann sie mit leckeren Zutaten backen und dann im Keller ruhen lassen. Und ruhen dürfen sie. Ich bin im Urlaub und kann gar keine Unruhe in den Keller bringen. Ich freue mich schon sehr darauf, sie nach dem Urlaub pünktlich zum Blogevent aus dem Keller zu holen. So wird auch bei mir aus diesem vergleichsweise einfach zu backenden Gebäck ein Stück gelebter Wintermagie: Ruhig aufbewahrt im Keller, gereift im Dunkeln und gebacken, um Licht und Freude zu bringen. Zwei Stollen sind perfekt geworden und ihr Aroma ist wirklich unvergleichlich.Gebacken wurden sie von mir mit einem Rezept von marcelpaa.com: Christstollen nach Dresdner Art (leicht abgeändert).